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15.05.2018

Digitale Lernfabrik DCC in Aachen eröffnet

Kennen Sie noch die Yps-Hefte? Sie waren vor allem in den 1980 und -90er Jahren unter Kindern wegen der beigefügten Gimmicks vom Urzeitkrebs bis zur Bauanleitung für einen Solarzeppelin sehr beliebt. Ähnlich begeistert sind die Entwickler und Besucher des neuesten Experimentiersandkastens 2.0. in Aachen. Die weltweit einzigartige Digitale Lernfabrik wurde Ende März eröffnet und ID war schon da.


Die einzigartige Digitale Lernfabrik in Aachen (Foto: DCC)

Der Lernparcour mit "modernem Webstuhl" (Foto: DCC)

Workshop-Teilnehmer lernen hier digitale Prozesse besser zu verstehen. (Foto: DCC)

Diese Einladung zum eintägigen Workshop „Digitale Transformation“ im Digital Capability Center Aachen (DCC) ließ sich Ingo Thielen, Leiter elektronische Konstruktion, nicht entgehen. Er bekam Anfang Mai, also kurz nach der Eröffnung des DCC in Aachen die Möglichkeit, das in dieser Art weltweit erste interdisziplinäre Testzentrum mit Schwerpunkt auf Industrie 4.0 zu besuchen. Erkunden, Ausprobieren und Anwenden ist dabei ausdrücklich erwünscht. 

In realitätsgetreuer Firmenumgebung können Fach- und Führungskräfte sowie angehende Ingenieure in der „Lernfabrik“ die digitale Transformation entdecken und erleben. Entstanden ist das DCC in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung McKinsey & Company, dem Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University und führenden Technologieunternehmen.

Was Textiltechnik damit zu tun hat, ist einfach erklärt. Schon seit langer Zeit wird beim Webhandwerk Ober- und Unterfaden, die sogenannten Kett- und Schussfäden, im Webstuhl miteinander verbunden. Das ist im Prinzip nichts anderes als ein binärer Prozess aus 1 und 0 und somit ein Vorläufer der heutigen Digitalisierung. In der neuen digitalen Lernfabrik wird dieses Prinzip aufgenommen und anhand eines „modernen Webstuhls“ anschaulich umgesetzt und in einem Parcours mit digital gesteuerten Prozessen gezeigt. Um beim Vergleich mit dem Webhandwerk zu bleiben, sozusagen von der Garnspule bis zum fertigen Produkt. Das DCC liefert Einblicke in zentrale digitale Technologien und Lösungen wie BigData Analytics, Echtzeit-Diagnosewerkzeuge, 3D-Druck oder kollaborative Roboter. So können konkrete Lösungen für betriebliche Problemstellungen erarbeitet werden.

ITA-Chef Thomas Gries stellt das interdisziplinäre Testzentrum 4.0 als eine Art "Experimentiersandkasten" für Führungs- und Fachkräfte vor, mit dem Ziel, die digitale Transformation in deren Unternehmen voranzutreiben. Und Christoph Schmitz vom DCC-Partner McKinsey erklärte bei der Eröffnung: "Durch den Einsatz von 4.0-Technologien können Unternehmen ihre Instandhaltungskosten und Ausfallzeiten von Maschinen um bis zu 50 Prozent reduzieren und die Produktivität um bis zu 55 Prozent erhöhen.".

Das DCC in Aachen ist das erste seiner Art weltweit, weitere werden noch in diesem Jahr in Singapur, Chicago, Peking und Venedig eröffnet.