Im Juni erhielt die ID-Abteilung Bildverarbeitung eine kurzfristige Anfrage vom Automotive-Kunden Evertec in dessen Werk nach China. Bereits vor drei Jahren entwickelte und baute ID-Mitarbeiter Tobias Großdonk – damals komplett remote – eine Sensorik zur automatischen Schweißpunktprüfung. Jetzt sollte die Anlage mit einem weiteren autonomen Sensor ausgestattet werden. Diesen Job übernahm der Projektingenieur Tilman Scheele – und erlebte eine völlig andere Welt.
Einsatz in China mit besonderen Herausforderungen
Für das anspruchsvolle Qualitätsprüfungsprojekt zur automatisierten Detektion und Vermessung von Schweißpunkten in komplexen Fahrzeug-Geometrien wünschte sich der Kunde dieses Mal einen Experten direkt vor Ort. Für Tilman Scheele, seit 2022 im Team für Bildverarbeitung bei ID Engineering, ein besonderer Auftrag, den er gerne annahm. Bei speziellen Fragen wurde er von seinem Kollegen aus der Ferne online unterstützt.
Mission „China“ auch persönlich ein Highlight
Nach der über 24 Stunden dauernden Anreise kam Scheele am 3. Juli am Werksstandort in Hefei, etwa 400 Kilometer von Shanghai (s. Fotos) entfernt, an. Ein Übersetzer stand ihm durchgehend zur Seite, um zwischen Mandarin und Englisch zu übersetzen. Schließlich spricht der Hauptteil der Belegschaft kein Englisch. Neben der sprachlichen Barriere lernte der ID-Spezialist auch die Arbeitsweise der Chinesen näher kennen. Täglich von 9 bis 20 Uhr hieß es von nun an eine Woche lang, das Projekt so weit wie möglich voranzubringen. Damit sich der ID-Experte voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren konnte, sorgten die Gastgeber von der Abholung am Flughafen über die Hotelunterbringung und Verpflegung bis zur täglichen Fahrt zum Werk für einen perfekten Rundum-Service.
Große Wertschätzung für Knowhow von ID
Der Einsatz vor Ort hat gezeigt: Die Machine-Vision-Expertise aus Deutschland findet bei den Chinesen großen Anklang. Die Entwicklung einer individuellen Lösung zur Schweißpunktkontrolle und die Erweiterung um einen zweiten Sensor sind erst der Anfang. Zusätzlich wurden die Ingenieure gebeten, mit ihrem Knowhow im Bereich der Klebetechnik bei einer Taping-Anwendung für die zweifarbige Lackierung von Fahrzeugen den Kunden zu unterstützen. Hier arbeitet Abteilungsleiter Michael Sartor zurzeit an einer ersten Integration. Darüber hinaus wurden bereits weitere Machine-Vision-Anwendungen zur Qualitätskontrolle von Kolben angefragt.
Eindrücke von der China-Reise in Hefei und Shanghai (©Tilman Scheele / ID Engineering)






